Meldungen

09.06.2016
Am 14. Juni und 4. Juli 2016 stellt sich die Ballettschule des Hamburg Ballett mit einem vielfätigen Programm "Erste Schritte" auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper vor.

14.03.2016
Frau Cordula Küppers und Herr Delf Dietmar Danckwerts wurden in den Vorstand gewählt. Ein herzlicher Dank geht an Frau Rita Lubinsky für ihr hervorragendes und langjähriges Engagement in der Vorstandsarbeit.

08.05.2014
Anläßlich des Jubiläums der Charlotte-Uhse-Stiftung ist ein Bericht im Hamburger Opern Journal Ausgabe 4.2013/14 auf Seite 19 erschienen, [pdf]

Bild Charlotte Uhse

Wer war Charlotte Uhse (08.10.1909 - 29.10.1987)?

Frau Uhse ergriff den Beruf einer Sozialfürsorgerin und kümmerte sich um alte, kranke und bedürftige Menschen. Sie heiratete Heinz Uhse, mit dem Sie nach Beendigung des Krieges im Ostsektor von Berlin lebte.

Da sie sich mit den dortigen politischen Verhältnissen nicht abfinden wollte, schloss sie sich der Opposition gegen das DDR-Regime an und fiel der Regierung bald durch gegen die DDR Regierung gerichtete Plakat-Aktionen auf. Sie wurde verhaftet und nach langer Untersuchungshaft wurde ihr der Prozess gemacht.
Ebenso erging es ihrem Ehemann. Beide wurden zur Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt und verbrachten viele Jahre ihres Lebens dort in Arbeitslagern.

Erst Mitte der 50er Jahre, nach der begonnenen Entstalinisierung, als auch die Verbrechen aus der Stalin-Zeit veröffentlicht und verurteilt wurden, kamen sie frei und zogen nach Halstenbek bei Hamburg. Frau Uhse übernahm hier sogleich eine Aufgabe im Rahmen der Sozialbehörde und kümmerte sich wiederum um alte und gebrechliche Menschen, aber auch die Betreuung von Mündeln wurde ihr übertragen.

Nach den furchtbaren Jahren in Sibirien entwickelte Frau Uhse eine große Vorliebe für das Ballett und für das Tanztheater.

Nachdem ihr Mann verstarb und sie dadurch einen weiteren Schicksalsschlag erhielt, trat sie den Ballettfreunden Hamburg e.V. (ehemals: Kreis Hamburger Ballettfreunde) bei, der 1976 ins Leben gerufen wurde. Sie nahm als Mitglied regen Anteil am Vereinslebens und nahm mit diesem an vielen Reisen zu Ballettveranstaltungen in aller Welt teil. Nur nach Russland wollte sie nicht mit, aus verständlichen Gründen. Ballett wurde ihr Leben, gab es ihr doch etwas von dem wieder, was ihr während der Verbannung nach Sibirien so sehr gefehlt hat. Ihr Interesse an dieser Kunst wurde immer größer, zumal sie sich auch dem Ballettnachwuchs widmete. Ihrem sozialen Engagement folgend, half sie sehr bald, bei den finanziellen Problemen der Ballettschüler. Bevor es in Hamburg eine Förderung der Ballettschule JOHN NEUMEIER gab, wurde sie in Eigeninitiative und mit eigenen Mitteln tätig. So ermöglichte sie einem Schüler aus Österreich den Abschluss seines Studiums an der Hamburger Ballettschule. Sie führte den Gedanken an, den Ballettnachwuchs zu fördern.

Frau Uhse stellte sich alsbald die Frage, was zu tun sei, um ihr kleines Vermögen nach ihrem Tod dauerhaft zur Förderung des Ballettnachwuchses zu verwenden. Bereits 1979 wurde eine Satzung vorbereitet für eine Stiftung, die gemäß ihres Testaments 1987 nach ihrem Tode errichtet wurde. Diese ist in der Lage, jährlich etwa zwei Ballettschüler oder -schülerinnen der von John Neumeier ins Leben gerufenen BALLETTSCHULE JOHN NEUMEIER IN HAMBURG zu fördern.